Statement #04 | Markus Hanakam & Roswitha Schuller — PIVOT

Vortragsperformance
24. Jänner 2019
17 Uhr, Input: Apparat–LCD (A–L)
18 Uhr, Screening
19 Uhr, Input: Manierismen–Zusammenhänge (M–Z)

Bilder drücken gesellschaftliche Bedingungen aus, sie schaffen Konventionen und Standards – umgekehrt formt der gesellschaftliche Rahmen das visuelle Material, das er beinhaltet, mit. Mit PIVOT gehen Markus Hanakam und Roswitha Schuller den Möglichkeiten der Manipulation bildgebender Apparaturen und der durch sie erzeugten Bildwelten nach. Die Langzeitrecherche des Künstlerduos konzentriert sich dabei auf das digitale und medial vermittelte Bild, ein Bildformat, das mobil und jederzeit verfügbar ist und dem wir uns täglich mit idiosynkratischen Gesten wie dem Wischen, dem Schwenken und dem Tippen nähern. Ausgangspunkt für die Recherche ist die so genannte Pivot-Funktion digitaler Bildschirme, die es erlaubt, Geräte um 90‑‑° zu drehen und den jeweils angezeigten Inhalt an den veränderten Darstellungsmodus anzupassen.

„Wir lassen den affirmativen, verbraucherorientierten Anwendungsbereich hinter uns und nutzen das Konzept des Pivot nicht mehr, um digitale Bilder vom Hoch zum Querformat zu schwenken, sondern suchen nach der erweiterter Nutzbarmachung dieses Kipp- und Drehmoments“, so Hanakam und Schuller über ihre künstlerische Praxis, die sich in Skulpturen, Videos und Vortragsperformances in installativen Settings äußert. Dem Trend, digitale Technologien zur künstlerischen Produktion zu benutzen, stellt das Duo handgefertigte Artefakte gegenüber und schöpft dabei die Verbindung von tangibler Apparatur, performativer Gestik und digitalem Bild mit experimentellen Mitteln aus. In der Erarbeitung einer künstlerischen Phänomenologie des Device gehen die beiden KünstlerInnen Fragen nach, wie digitale Zerr- und Kippbilder aussehen und wie diese Bilder benutzt und bedient werden können.

Im Kunstraum Lakeside präsentieren Markus Hanakam und Roswitha Schuller dem Publikum ausgewählte Devices aus ihrem künstlerischen Spektrum – im haptischen Sinn, wie auch im imaginativen. In zwei Vorträgen macht das Künstlerduo seine vornehmlich auf Objekte fokussierte Recherche an Ideen von von A bis Z, von Apparat bis Zusammenhang, fest. Die Vortragsperformance und der installative Parcours werden von einem Videoscreening und einem digitalen Reader begleitet.

Markus Hanakam (* 1979 in Deutschland) lebt und arbeitet in Wien.
Roswitha Schuller (* 1984 in Österreich) lebt und arbeitet in Wien.
www.hanakam-schuller.com
www.objectology.de

 

Markus Hanakam & Roswitha Schuller, Schlitten mit Allegorien der Ernte (Detail), 2017

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