Während der Programmperiode 2018–2020 widmet sich der Kunstraum Lakeside jährlich einem spezifischen Thema, das aus den institutionellen Besonderheiten dieses Ausstellungs-, Performance- und Diskursraums hervorgeht. Die Anbindung an einen Wissenschafts- und Technologiepark sowie die Verknüpfung des Veranstaltungs- mit dem Semesterprogramm der Universität Klagenfurt wirft Fragen danach auf, wie bildende KünstlerInnen heute die Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen von Wissensproduktion ausloten: Welchen Einfluss haben wissenschaftliche und technologische Felder auf die künstlerische Produktion? Wie wirken sich umgekehrt formal-ästhetische Entscheidungen von KünstlerInnen auf wissenschaftliche und technologische Fragestellungen aus? Wie können KünstlerInnen durch ihr Handeln zur Reflexion bestehender Disziplinen beitragen und wie können sie diese mit ihren visuellen Mitteln und Methoden erweitern? Welches Erkenntnispotenzial liegt in der Kunst und wie findet ihre Wirkungsfähigkeit auch außerhalb des eigenen Bezugssystems Anwendung?

Das für drei Jahre entworfene Programm konzentriert sich auf Handlungsfelder, die mit dem Begriff der „künstlerischen Forschung“ zusammengefasst werden. Künstlerische Forschung ermöglicht, wie Kunst ganz allgemein, ästhetische Erfahrung. Zusätzlich räumt sie aber auch die Möglichkeit ein, innerhalb der jeweiligen Kunstpraxis – das heißt innerhalb der eigenen Medien, Formate und Darstellungsformen – über die Rahmenbedingungen des eigenen Tuns nachzudenken und das eigene Handeln im Blickfeld zu behalten. Eingebettet in soziale, historische und kulturelle Bedeutungszusammenhänge erlaubt sie folglich, auf die sich permanent verändernden Gegebenheiten unserer Gesellschaft zu reagieren. Der Kunstraum Lakeside zieht eine selbstreflexive Schleife in das Ausstellungsprogramm ein, die sich durch methodische Offenheit auszeichnet – eine Schleife, die jedoch über sich hinausgeht, indem sie an ihren eigenen sozioökonomischen Voraussetzungen anknüpft und auf diese Weise produktiv an gesellschaftlichen Diskursen partizipiert.

Programm 2018

Das erste Programmjahr im Kunstraum Lakeside widmet sich dem Begriff der „Recherche“. Als eine der Grundlagen einer forschenden und somit Wissen und Erkenntnis erzeugenden Praxis wird die Recherche üblicherweise als zielgerichteter Prozess der Informationsermittlung bezeichnet, der aus der Erhebung, Überprüfung und Auswertung von Daten besteht. Im Unterschied zu einem derart linear organisierten Prozess, ist die Recherche in einem künstlerischen Zusammenhang jedoch nicht nur dem künstlerischen Werk zeitlich vorgelagert, sondern sie wird zum eigentlichen Objekt der Darstellung. Innerhalb der Handlungsfelder, die auf Recherche angelegt sind, stellen KünstlerInnen nicht nur bestimmte Themen und Sachverhalte mit visuellen Mitteln zur Disposition, sondern sie untersuchen gleichzeitig auch die Möglichkeiten und Alternativen der eigenen Visualisierungspraxis mit. Die Recherche ist schließlich nicht mehr vom Kunstobjekt zu trennen und die Grenzziehungen zwischen dem Werk und den Methoden, die zum Werk führen, sind obsolet.

Agnes Fuchs — Robustesse et perfection
Eröffnung, 15. März 2018, 19 Uhr
Ausstellung, 16. März – 27. April 2018

Johannes Porsch — Tropology
Eröffnung, 8. Mai 2018, 19 Uhr
Ausstellung, 9. Mai – 22. Juni 2018

Statement #01 | Edith Payer — Über Dinge
Performance, 28. Juni 2018

Statement #02 | An Onghena — Performance für das Buch
Performance, 5. Juli 2018

Joséphine Kaeppelin
Eröffnung, 27. September 2018, 19 Uhr
Ausstellung, 28. September – 2. November 2018

und | oder — aber
Gruppenausstellung mit Nicoleta Auersperg, Oscar Cueto, Kyungrim Jang, Jakob Kirchweger, Mara Novak, Asher O’Gorman, Lola Pfeifer, David Reiner, Anne-Clara Stahl, Huda Takriti, Ayşe-Gül Yüceil
In Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Kunst Wien
Eröffnung, 13. November 2018, 19 Uhr
Ausstellung, 14. November – 21. Dezember 2018

Statement #03 | Alfredo Barsuglia
Performance, 17. Jänner 2019

Statement #04 | Markus Hanakam & Roswitha Schuller
Performance, 24. Jänner 2019