Simona Koch

Eröffnung, 10. Mai 2022, 19 Uhr
Ausstellung, 11. Mai – 15. Juni 2022

Naturwissenschaften wie Physik, Genetik oder etwa die Biologie als Lehre von der belebten Materie zählen zu den vielfältigen Ansatzpunkten von Simona Koch. In experimentellen Forschungsanordnungen, die von raumgreifenden Installationen bis zu Künstler*innenbüchern reichen, geht sie dem Lebendigen in all seinen Facetten nach und entwickelt dabei ständig neue Arbeitsweisen und -verfahren. Wie eine Wissenschaftlerin arbeitet sie methodenreflexiv und denkt das Wie ihres eigenen künstlerischen Handelns stets im Zusammenhang mit den Themenfeldern, die sie in Bilder, Objekte, Animationen und Kalkulationen übersetzt: Dinge als animistische Informationsspeicher, die viele Menschengenerationen überdauern; das Wachstum sogenannter Superorganismen, zu denen die Künstlerin auch komplexe Strukturen wie Städte zählt; universelle Stammbäume zur Sammlung von Erbgut; einer wissenschaftlichen Klassifikation entnommene Begriffe wie „Wurzel“, „Erbe“ und „Essenz“.

Von ihrer eigenen Biografie ausgehend, visualisiert Simona Koch etwa menschliche Beziehungsgeflechte und verknüpft die Leben unterschiedlichster Menschen mit ihrem eigenen. Das Pendeln zwischen der Erforschung der eigenen Biografie und jener von Menschen aus Deutschland, Ostpreußen, Österreich, Niederlande, den USA, Schweiz, Frankreich, England und Belgien, deren Geschichte bis ins frühe 14. Jahrhundert zurückführt, ist charakteristisch für die Arbeitsweise von Simona Koch. Es handelt sich dabei um eine Betrachtungsweise, die zwischen Mikroskop und Teleskop, zwischen kleinsten und größten Strukturen, zwischen individuellen Erfahrungen und situiertem Wissen oszilliert. Ihre Kunstwerke nehmen dabei die Form gezeichneter Diagramme und Karten an oder die Künstlerin fertigt in langwierigen, händischen Knüpfprozessen Skulpturen, die einer DNA-Doppelhelix ähneln.

Simona Koch (* 1974 in Deutschland) lebt und arbeitet in Wien und Neustadt/Aisch, Deutschland.
www.simonakoch.de
www.abiotismus.de

 

Simona Koch, Ohne Titel, 2021