Eröffnung, 9. Juni 2026, 18 Uhr
Ausstellung, 10. Juni – 31. Juli 2026
Die künstlerische Praxis von Paula Bruna Pérez widmet sich ökologischen Themen, den Wechselbeziehungen von Mensch und Natur sowie dem Aufbrechen der Grenzen zwischen menschlich geprägter Kultur und biologischen Prozessen. Insbesondere bei Projekten wie Los otros residentes [Die anderen Bewohner*innen], Mil ulls m’observen [Tausend Augen beobachten mich] oder Plantoceno [Plantazän] stellt die Künstlerin zentrale Fragen über die zukünftige Rolle des Menschen innerhalb des ökologischen Systems und die Trennlinien zwischen Mensch, Tier- und Pflanzenwelt. Hierbei verweist sie auf Konzepte aus Timothy Mortons Buch Dark Ecology (2017), in dem der Autor argumentiert, dass ein wirkliches ökologisches Bewusstsein nur entstehen kann, wenn wir die Existenz von anderen Zeitlichkeiten, räumlichen Maßstäben und Protagonist*innen anerkennen.
In ihren Arbeiten entwirft Bruna Pérez fiktive Szenarien, die sich vom Paradigma des Anthropozäns – der aktuellen geologischen Epoche, die vom Menschen als Hauptakteur dominiert wird – abheben. In Abkehr von der Hegemonie des Menschen öffnet sich ein Raum für para-menschliche Beziehungsformen, in denen Pflanzen und andere Lebensformen als gleichwertige Akteur*innen im Ökosystem gelten. Die Künstlerin untersucht, wie unsere kulturellen Narrative von Natur und Umwelt die Wahrnehmung von nicht-menschlichen Entitäten beeinflussen und fordert eine neue Perspektive auf ökologische und geologische Prozesse. Die politischen und philosophischen Dimensionen des Anthropozäns vermessend, macht sie zugleich die Notwendigkeit deutlich, das vorherrschende menschengeprägte Verständnis von Natur zu verändern. Denn nicht mehr allein der Mensch und seine Technologie sollten das Schicksal der Erde bestimmen, sondern eine Vielheit von nicht-menschlichen Akteur*innen, die gemeinsam den Planeten gestalten. Erst dann wird es möglich, so die Künstlerin, ökologische Fragestellungen aus einer transdisziplinären und kollaborativen Sichtweise anzugehen und die Ausbildung einer alternativen, nachhaltigen Ästhetik der Natur zu befördern. Für den Kunstraum Lakeside entwickelt Paula Bruna Pérez mit Jaleo Forestal [Waldgetöse] ein neues Projekt, das auf die spezifischen Gegebenheiten des Ausstellungsorts reagiert.
Paula Bruna Pérez (* 1978 in Spanien) lebt und arbeitet in Barcelona.
www.paulabruna.com
