Katrin Hornek

Eröffnung, 30. September 2021, 19 Uhr
Ausstellung, 1. Oktober – 5. November 2021

Katrin Hornek situiert ihr Werk innerhalb der vielfältigen Verflechtungen, die das Leben im Anthropozän bestimmen. Ausgehend von konkreten Orten und Stoffen kombiniert sie deren Geschichten mit gefundenen materiellen wie immateriellen Formen. Damit macht sie die unauflösbaren Verschränkungen zwischen Kultur und Natur, menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren sowie langen Prozessen und punktuellen Ereignissen potentiell erfahrbar. So folgt sie im Rahmen des WWTF Forschungsprojekts The Anthropocene Surge (2018–2021) der Transformation physischer Materialproben zu Datensätzen und damit den vielfältigen Verbindungen und Wechselwirkungen zwischen den analogen und digitalen Ablagerungen.

In ihrer Serie Modified Grounds stehen die geologischen Verschiebungen, die durch Bau- und Produktionsprozesse ausgelöst werden im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Komponistin Judith Unterpertinger und im Zusammenspiel mit ausgewählten Orten schafft Katrin Hornek einen Resonanzkörper, der das schiere Ausmaß an kapitalgetriebenen Materialverschiebungen erahnen lässt, das seit Beginn des 21. Jahrhunderts alle nicht-menschlich induzierten Gesteinsverlagerungen übersteigt. In der Serie Planetary System Summit geht sie den vielfältigen Transformationsprozessen von Erdöl nach, wobei sie innerhalb ihrer performativen Setzungen unterschiedliche Perspektiven und zeitliche Horizonte gleichberechtigt nebeneinander stellt. Für den Kunstraum Lakeside wird die Künstlerin weitere, menschliche Eingriffe in den Erdkörper aufgreifen, um mittels Verdichtungen und Konkretisierungen Bilder möglicher Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünfte entstehen zu lassen.

Katrin Hornek (* 1983 in Lilienfeld) lebt und arbeitet in Wien.
www.katrinhornek.net

 

Katrin Hornek, A Landmass To Come, 2020 | Foto: Kristine Madjare