Parcours — Eine performative Vermessung

Performances und geführter Spaziergang
29. Mai 2020, 14–19 Uhr

Performances von Laura Cemin & Lena Schwingshandl, Fanni Futterknecht, Sebastian Gärtner, Lisa Großkopf, Ulrich Kaufmann & Sigrid Friedmann & Nikolaus Meixner, Jörg Piringer, Jianan Qu, Liesje van den Berk — Geführter Spaziergang von Erec Gellautz & Sandra Hölbling-Inzko

Wie wirken sich geografische, architektonische sowie soziale Umgebungen auf unser Verhalten aus und wie nehmen wir diese Umgebungen war? Welchen Strukturen folgen wir, wenn wir uns durch den Stadtraum bewegen und welche prägen wir selbst? Wo liegt die Grenze zwischen dem Zentrum und der so genannten Peripherie? Und wie können uns künstlerische Performances konkrete Räume mit anderen Augen betrachten lassen? Die Performance-Reihe Parcours lädt zum Umherschweifen durch Klagenfurt ein, um Fragen wie diesen auf die Spur zu kommen. Während einiger Stunden fungieren die Performances von Parcours als Hindernisse im alltäglichen Lauf der Stadt. An gänzlich unterschiedlichen Orten werden leicht zu übersehende Gesten zur Aufführung gebracht, die grundlegende Parameter dieser Räume befragen oder umgekehrt erproben, ob diese Gesten den jeweiligen Ort transformieren.

Der situationistischen Idee von dérive folgend, versucht die Performance-Reihe neue Sichtweisen und eine andere Art der Wahrnehmung des Städtischen zu ermöglichen. Als künstlerische Methode hat dérive vor allem in den vergangenen Jahren auch vermehrt an Bedeutung in der wissenschaftlichen Stadtforschung gewonnen. Diesen Umstand nimmt Parcours zum Ausgangspunkt, um die Innenstadt von Klagenfurt und den im Lakeside Park am Stadtrand gelegenen Kunstraum miteinander in Beziehung zu setzen. Gleichzeitig kontrolliert und unkontrolliert begeben sich die TeilnehmerInnen auf einen Spaziergang, der ihnen die eigene Stadt auf ungewöhnliche Weise vor Augen führt.

Ablauf
Entlang unterschiedlicher Stationen in Klagenfurt – im öffentlichen Raum, an besonders hierfür ausgewählten Orten wie etwa Leerständen, aber auch in Kunsträumen – wird eine Gruppe von BesucherInnen über mehrer Stunden vom Stadtzentrum bis an die Peripherie in den Lakeside Park geführt. Jede Station auf dem gemeinsamen Weg präsentiert eine andere Form performativer künstlerischer Handlungsfelder, die auf den jeweiligen Ort – den Stadtraum, das Geschäftslokal oder den musealen Raum – Bezug nehmen und diese Orte den BetrachterInnen buchstäblich wie sprichwörtlich vor Augen führen. Begleitet von zwei Tourguides, die im Dialog die Kunstwerke aber auch den umliegenden Stadtraum erläutern und kontextualisieren, hat das Publikum die Möglichkeit, sich einen besonderen Weg durch Klagenfurt zu erschließen. Die Stationen von Parcours können zusätzlich zur geführte Tour auch einzeln besucht werden.

Klagenfurt Festival
Parcours findet im Rahmen des Klagenfurt Festivals unter der Leitung von Bernd Liepold-Mosser statt, dessen Schwerpunkt in den Darstellenden Künsten liegt. Neben Theater, Tanz und Musik geht es in diesem transdisziplinären Festival auch um Medienkunst und um diskursive künstlerische Handlungsfelder sowie Performance.

Kuratiert von Gudrun Ratzinger und Franz Thalmair.

 

Sebastian Gärtner, Kil Khor, 2012–2015